Krisenhilfe
Hilfe für Angehörige in einer Krise
Wie du als Angehörige:r Betroffene unterstützen kannst – und dabei auf dich selbst achtest
Die Rolle der Angehörigen in einer Krise
Wenn ein geliebter Mensch in einer psychischen Krise steckt, ist das auch für Angehörige eine große Belastung. Viele fühlen sich hilflos, überfordert oder haben Angst, etwas falsch zu machen. Angehörige sind oft die ersten, die Veränderungen bemerken und können eine wichtige Stütze sein – aber sie sind keine Therapeut:innen. Es ist wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und sich selbst nicht zu überfordern.
Wie kann ich konkret helfen?
Das Wichtigste ist, präsent zu sein und zuzuhören – ohne zu urteilen oder vorschnelle Ratschläge zu geben. Zeige Verständnis und signalisiere: 'Ich bin für dich da.' Ermutige die betroffene Person, über ihre Gefühle zu sprechen, und nimm ihre Sorgen ernst. Unterstütze sie dabei, professionelle Hilfe zu suchen, aber dränge nicht. Biete praktische Hilfe an (z.B. Begleitung zu Terminen, Unterstützung im Alltag), aber respektiere auch, wenn die Person Zeit für sich braucht.
Was sollte ich vermeiden?
Vermeide es, die Krise zu bagatellisieren ('Das wird schon wieder') oder die betroffene Person unter Druck zu setzen ('Reiß dich zusammen!'). Schuldzuweisungen, Vorwürfe oder das Erzwingen von Gesprächen können die Situation verschlimmern. Auch gut gemeinte Ratschläge sind nicht immer hilfreich – manchmal ist Zuhören das Beste, was du tun kannst. Akzeptiere, dass du nicht alles lösen kannst und dass professionelle Hilfe oft notwendig ist.
Eigene Grenzen und Selbstfürsorge
Angehörige geraten oft selbst an ihre Belastungsgrenzen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich Unterstützung zu holen – im Gegenteil: Nur wer auf sich selbst achtet, kann auch für andere da sein. Sprich mit Freund:innen, Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen über deine Sorgen. Gönn dir Auszeiten, pflege deine eigenen Hobbys und achte auf Warnsignale von Überforderung. Du bist nicht allein – viele Angehörige machen ähnliche Erfahrungen.
Wann professionelle Hilfe für Angehörige suchen?
Wenn du das Gefühl hast, die Situation wächst dir über den Kopf, du selbst psychisch belastet bist oder die Beziehung zur betroffenen Person stark leidet, solltest du dir professionelle Unterstützung holen. Es gibt spezielle Beratungsstellen, Angehörigengruppen und Krisendienste, die dir zur Seite stehen. Auch kurze therapeutische Gespräche können helfen, die eigene Rolle zu reflektieren und neue Wege im Umgang mit der Krise zu finden.
💡Praktische Tipps
🫂Höre aktiv zu und signalisiere Verständnis, ohne zu urteilen
📞Biete an, gemeinsam nach professioneller Hilfe zu suchen
📝Informiere dich über die Erkrankung und mögliche Hilfsangebote
🤝Biete praktische Unterstützung an, aber respektiere die Autonomie der betroffenen Person
🧘♂️Achte auf deine eigenen Bedürfnisse und setze klare Grenzen
💬Sprich mit anderen Angehörigen oder Beratungsstellen über deine Sorgen
🌱Gönn dir Auszeiten und pflege deine eigenen Kraftquellen
🚦Erkenne Warnsignale von Überforderung und hole dir rechtzeitig Hilfe